Freitag, 22. Mai 2015

Lovina Teil 2: Sand, Strand, Baby

Nach 2 Tagen in Lovina wurde es Zeit für Leas ersten Kontakt mit den unbekannten Elementen Sand und Meer. Da unser Kind bisher sehr wasserbegeistert und auch recht neugierig ist, hatten wir eigentlich gedacht, dass sie Sand und Meer schnell toll finden würde.



Die tatsächliche Reaktion lässt sich aber eher als Entrüstung, Skepsis und blankes Entsetzen beschreiben.
Als wir sie das erste Mal in den Sand gesetzt haben, fing sie sofort an zu weinen. Es wurde erst halbwegs akzeptabel, als sie auf einem Handtuch sitzen durfte. Wir haben unser Kind selten so vorsichtig erlebt - sie hat genauestens darauf geachtet, dass kein Sandkorn an ihre Haut kommt. Das Meer war ihr dann definitiv auch noch nicht geheuer. Also wurde der erste Versuch schnell abgebrochen und es ging zurück ins Hotel.

Neuer Tag, neues Glück. Heute ging es nach dem Frühstück wieder zum Strand. Erstmal auf die große Picknickdecke. Nachdem wir für Lea ein paar Sandkuchen gebacken haben und sie mit Hilfe ihrer geliebten Stapelbecher an den Rand der Decke gelockt haben, traute sie sich. Ganz vorsichtig wurde erst eine Hand in den Sand gesetzt, wieder weg gezogen und gründlich inspiziert.
So ging es noch ein paar Mal, bis dann endlich die Neugier siegte bzw. die Verlockung zu groß wurde, die Sandkuchen kaputt zu machen. Da stand sie auf einmal mit beiden Händen im Sand! Kurz darauf musste der Sand natürlich noch mehrfach probiert werden und er scheint ihr geschmeckt zu haben.




Nach dieser geglückten Annäherung sind wir alle ins Meer gegangen. Diesmal fand sie es deutlich besser und war viel entspannter. Das Rauschen und die kleinen Wellen am Ufer machen sie allerdings weiterhin skeptisch und führen nicht zu Begeisterungsstürmen. Aber bei Mama oder Papa auf dem Arm kann im Meer nun auch schon gelacht werden. Wir sind gespannt, wie es in den kommenden Strandtagen weiter geht. 


Nach all den Tempeln und Reisfeldwanderungen heißt Lovina für uns vor allem: Faulenzen! Obwohl halb sechs Aufstehen für die Delphintouren so faul auch wieder nicht ist. ;-) Außer den Delphinen hat Lovina nichts groß an Sehenswürdigkeiten zu bieten, und viele Urlauber reisen nur für eine Nacht dafür an bzw. werden nur per Tagesausflug angekarrt. Entsprechend wenig Touristen ist hier zu finden. Lovina ist nicht das Top-Reiseziel: Der Strand ist schön, aber kein weißer Traumstrand, und die Promenade ist etwas in die Jahre gekommen, wie auch der ganze Ort. Deutlich zu viele Souvenierverkäufer, Delphinbootkapitäne und Restaurants buhlen um Kundschaft, teilweise wird man recht penetrant angesprochen ob man nicht doch einen der tollen Muschelanhänger kaufen möchte (alle selbst gemacht, klar). Trotz der großen Konkurrenz ist es hier erstaunlichweise vieles teurer als in Ubud. Unverhandelt 6€ wollen die hier für eine Stunde Massage, unverschämt ;-)
Das Essen allerdings ist sehr günstig, gestern gab es zwei große gegrillte Korallenfische (man sah noch die bunten Muster an den Schwanzflossen...) mit Beilagen und vier Getränken für 15€, und damit haben wir fast doppelt so viel ausgeben wie die Abende davor... Da uns das Essen hier auf Bali bekanntlich großen Spaß macht, ist das Örtchen also super für uns. Und der Strand ist sehr babygerecht: Bäume die bis Mittags Schatten spenden, recht sauberer schwarzen Sand (also weniger Blendgefahr für Leas Augen), und das Wasser ist sehr ruhig und erst mal nicht tief.

Das es uns hier so gut gefallen hat lag zum großen Teil aber auch an unserem Hotel. Wir haben ein tolle, kleine Bungalowanlage gefunden, sehr ruhig an einem Reisfeld gelegen, und ein paar Gehminuten von der Stadt entfernt. Der Weg führt an einem Palmenhain und hohen Grundstücksmauern entlang, zum Glück beleuchtet aber trotzdem recht düster, und Fledermäuse flattern über einen hinweg - spooky, aber auch sehr schön, Wahnsinn wie viele Sterne man sieht.
Die Bungalows liegen in einer hübschen Gartenanlage mit einem tollen Pool (der allerdings ein paar Grad kälter als das Meer ist, aber das Meer hat auch fast 30 Grad), alles in Reichweite des Babyfons, und einige schattige Ecken wo wir mit Lea sitzen können. Das Personal ist wieder super freundlich, beim Frühstück wird Lea so ausgiebig durch Küche und Garten getragen, dass wir schon manchmal denken 'ach wäre doch auch mal wieder nett das Kind zu sehen...'.






Am Ankunftstag klangen abends sehr schöne balinesische Gesänge vom Nachbargrundstück herüber. Am nächsten morgen haben wir dann erklärt bekommen das gerade eine Bestattungszeremonie stattfindet.
Der Tote wurde in einer Art Sänfte zum Strand getragen und dort verbrannt. Natürlich mit vielen Priestern, Gesängen und Opfergaben Die Asche wird dann dem Meer übergeben. Der Hotelmanager hat uns sehr viel dazu erzählt (der Tote war ein entfernter Verwandter): Die Zeremonie ist ein Festtag, weil der Tote damit die Chance auf Wiedergeburt erlangt. Getrauert wird nur kurz. Weil die Verbrennungszeremonie sehr teuer ist, es muss schließlich ein großes Festessen für die vielen Gäste gegeben werden, erfolgt die Verbrennung oft erst Jahre nach dem Tod (in diesem Fall ganze 6 Jahre). Der Leichnam wird zwischenzeitlich begraben und dann wieder exhumiert. Ärmere Familien tun sich auch zusammen und verbrennen mehrere Tote gleichzeitig. Sehr interessant!


Ob wir neben dem Faulenzen hier noch mal zum Bloggen kommen müssen wir mal schauen, bis Montag bleiben wir noch hier ;-)
Der Plan für Rest der Reise steht nun auch. Nach Lovina geht es nach Sidemen ins Landesinnere, bevor wir dann an die Ostküste nach Amed fahren. Den letzten Tag werden wir in Sanur in der Nähe des Flughafens verbringen.

Donnerstag, 21. Mai 2015

Lovina Teil 1: Delphine

Heute früh war es endlich soweit. Einen Ausflug,  den ich (Yvonne) schon von Anfang an geplant hatte: Delphine schauen. Eigentlich der Hauptgrund, wieso wir überhaupt in Lovina Beach sind.
Um 5:45 Uhr wurde ich vom Hotel abgeholt und es ging das kurze Stück zum Strand. Dort warteten bereits einige Touristen sowie die entsprechenden Kapitäne (ja, so nennen die sich hier), alle mit dem gleichen Ziel. Nach kurzem Warten kam dann auch mein Kapitän und noch ein Pärchen aus Frankreich und unser Boot wurde geentert. Vielleicht sollte man besser Nussschale sagen, denn für mehr als 4 Personen plus Steuermann war kein Platz.

Um 6 sind wir dann mit 8 anderen Booten in See gestochen und konnten erstmal einen wunderbaren Sonnenaufgang geniessen. Der Ausblick auf Bali mit all seinen Bergen war wirklich traumhaft. Währenddessen knatterten unsere Boote unaufhaltsam weiter ins offene Meer. Irgendwann wurde die Fahrt verlangsamt und alle haben gespannt Ausschau gehalten, ob sie irgendwo eine graue Rückenflosse erspähen können. Und plötzlich waren die ersten da. Eine Gruppe von Delphinen tauchte in einiger Entfernung im Wasser auf um Luft zu holen. Toll, toll, toll. Überall knatterten nun die Motoren der Boote los und alle jagten in Richtung der Delphine. Als wir schließlich in der Nähe waren, war von den Delphinen natürlich nichts mehr zu sehen. So ging es dann noch ein paar Mal und ich war einerseits sehr euphorisch, aber auch ein bisschen enttäuscht, weil die Delphine doch schon recht weit weg waren. Als wir dann aufeinmal wieder Kurs Richtung Strand nahmen, fürchtete ich schon, das war es jetzt.
Plötzlich erschien recht nahe zu unserem Boot aber wieder eine Herde Delphine. Scheinbar eine andere Art, da diese deutlich größer waren und etwas gemächlicher schwammen. Perfekte Fotomotive also. Und es tauchten immer mehr bzw. immer wieder neue Gruppen auf. Wahnsinnig toll, aufregend, wunderschön. Viel mehr gibt es hierzu auch gar nicht zu sagen, also lasse ich lieber Bilder sprechen.
Günter war nach meiner Rückkehr übrigens so begeistert und neidisch, dass er den Trip morgen früh auch machen wird.





PS: Ich (Günter) habe ja heute auch die Tour gemacht, nach Yvees Schwärmereien und ihren Berichten wie viele Delphine sie gesehen hat völlig sicher dass es sich lohnt. Und was habe ich gesehen? Einen kleinen Delphin, und davon auch nur den Rücken aus weiter Entfernung... Laut Retseführer und nach unserem 'Kaptain' sehr unwahrscheinlich dass man auf der ganzen Tour keine Delphine sieht. Na ja, sind halt wilde Tiere, und da Yvee sich so darauf gefreut hat freue ich mich daß es bei ihr geklappt hat!

Mittwoch, 20. Mai 2015

Der Weg ans Meer (Munduk, Wasserfall, heiße Quelle von Banjar, Tempel Braha Vihara Arama)

Nach zwei Nächten in Bedugul in den Bergen wurde wieder alles ins Auto gepackt und der Weg ans Meer began. Zum Glück wieder nicht über die Hauptstrasse, sondern über eine schöne Panoramastraße. Auf dem Rande eines alten Vulkankraters ging es an zwei weiteren Seen vorbei.
Die Gegend rund um Bedugul war früher ein einziger Vulkankrater, in dem sich ein riesiger See gebildet hatte. Nach einem weiteren Vulkanausbruch 1818 floss ein Teil des Wassers ab und es bildeten sich die heutigen drei Seen. Während der Hauptsee vom motorisierten Freizeitspaß (Speedboot, Jetski etc.) beherrscht wird, stehen die anderen beiden Seen für die richtige Erholung zur Verfügung. Hier kann man in einer ruhigen Idylle Kanu fahren, in den dichten Wäldern wandern gehen usw. Da diese Dinge mit Baby leider nicht wirklich sinnvoll sind, haben wir uns schön über die Panormastraße kutschieren lassen und die Aussicht genossen. Die Straße führt über den Kamm eines Restes des alten Kraterrand, toll! Dort oben kann man gewöhnlich auch super Erdbeeren frisch vom Feld pflücken. Leider waren die indonesischen Touristen am Wochenende vorher alle schneller als wir und wir mussten leider ohne Erdbeeren weiterfahren - aber zum Glück hatten wir uns im Hotel schon ausgiebig Erdbeershakes gegönnt.

Erster Halt war der Wasserfall bei Munduk. 500m mussten wir vom Parkplatz noch einen Weg durch den Wald herunter steigen - also hieß es wieder Lea in die Trage und ab Richtung Wasser. Der Wasserfall war richtig schön, ganze 15m hoch und umgeben von einem tiefgrünen Urwald. Und wir hatten wieder so viel Glück, dass wir zunächst alleine dort waren und die Atmosphäre geniessen könnten. Kurz danach kamen immer mehr Touristen und hinterher standen wir mit 20 anderen Menschen dort unten rum. Da haben wir doch lieber wieder alles eingepackt und sind wieder hoch zur Straße gestapft. Hier hätte man wahrscheinlich auch schön wandern können, wenn es nicht so heiß wäre mit Baby vor dem Bauch!



A propos Bauch, unser Fahrer hat uns noch einen kleinen, einheimischen Warung empfohlen, wieder sehr leckeres Essen, das man sich aus Töpfen vorne an der Theke zusammenstellen konnte. Spannend, weil man nicht genau wusste was man bekommt. Zum Glück konnte der Fahrer dolmetschen, auch wenn er sichtlich besorgt war, ob das Essen nicht zu scharf wäre, wenn es bei Lea ankommt (war dann auch ordentlich scharf...). Um Lea hat sich mal wieder eine freundliche Oma gekümmert.

Nächster Stopp waren dann die heilige heißen Quelle von Banjar. Mitten im Dschungel gelegen wurde um die heiße Quelle ein Schwimmbad mit drei Becken gebaut. Wirklich hübsch gemacht und sowas von warm. Die Becken haben eine Temperatur von 36 bis 38 Grad und das schwefelhaltige Wasser soll eine heilende Wirkung haben. Davon haben wir jetzt direkt nichts gemerkt. Wir haben den Schwefel nur deutlich gerochen und das trübe Wasser hat unsere Badekleidung ordentlich eingefärbt.

Letzte Station dann der Braha Vihara Arama, zur Abwechslung mal ein hinduistischer Tempel. Sehr schön oben auf einem Berg gelegen. Reichte dann aber auch (wieder viele Stufen), nach kurzer Fahrt waren wir dann an unserem Bungalow für die nächsten Tage in Lovina Beach an der Nordküste.



Montag, 18. Mai 2015

Bedugul - Hoch in die Berge (Pura Taman Ayun, Jati Luwih, Pura Ulun Danu Bratan, Botanischer Garten und Erdbeeren)

Gestern hieß es Abschied nehmen von Ubud - d.h Günter ist morgens noch einmal in den tollen Pool gesprungen - und es ging nach Norden ins bergige Landesinnere, dabei haben wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten abgeklappert.

Zunächst den Königstempel Pura Taman Ayun, der aus einer Vielzahl von Pagoden besteht. Schön vor allem der Park in dem der Tempel liegt, ein idealer Ort zum Picknicken. Wenn man was zum Picknicken dabei hätte. Hatten wir aber nicht, also weiter.

Nächster Stop eine Kaffeeplantage. Spezialität ist der kupi luwak. Der entsteht mithilfe der Zibetkatze. Dieses wählerische Tier steht auf Kaffeebohnen, und zwar nur auf die Besten. Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt fermentieren die Bohnen, die werden dann zusammen mit sonstigen Ausscheidungen der Katze aufgesammelt, (angeblich) gereinigt und dann zu Kaffee verarbeitet.
Nach einer Verkostung diverser anderer Tee-, Kakao- und Kaffeespezialitäten (kostenlos) haben wir uns zwei Tassen Katzenkackakaffee gegönnt (teuer). Schon lecker, aber wir haben dann am Ende doch nur Kakao mit Ingwer und Gewürzen gekauft, sehr lecker. Die ganze Show war natürlich Touristenfang par Excellence und hat uns fast so viel gekoststet wie der Fahrer für den ganzen Tag (der mit 400.000 Rupien, also 25€ allerdings sehr günstig war). Aber es war nett gemacht, und Lea war wieder mal der Star und wurde von der ganzen Kaffeefarmerfamilie umsorgt und hatte wahnsinnigen Spaß , während wir beim probieren unsere Ruhe hatten.

Weiter dann nach Jati Luwih, was aus balinesisch "wirklich wunderschön" bedeutet. Hier sind die angeblich schönsten Reisterassen Balis zu sehen.
Wirklich schön, zumal es für uns fast auf dem Weg lag. Extra dorthin fahren hätten wir für übetrieben gehalten, zumal die Straße dorthin eine einzige Schlaglochkatastrophe ist. Spätestens jetzt waren wir froh den Maxi Cosi dabei zu haben, Lea die ganze Strecke auf dem Schoß zu halten wäre für alle Beteiligten sehr anstrengend geworden - so hat sie friedlich geschlafen.
Unser Fahrer war aber auch wirklich toll, ist sehr vorsichtig gefahren, und hat uns über die landschaftlich schöneren Nebenstrassen statt über die Hauptstrasse chauffiert. Außerdem hat er seinen Wagen zum Batmobil gestaltet, mit Aufklebern auf Lenkrad und Kühlergrill, sehr schick...

In Bedugul wohnen wir im Strawberry Hill Hotel. Hier oben ist nämlich perfektes Klima für Erdbeeren, was für Yvee natürlich Grund genug wäre herzukommen...
Wieder eine Bungalowanlage mit einem schönen Garten. An das super Hotel in Ubud kommt die Anlage nicht heran, erstens kein Pool (der hier oben wahrscheinlich aber auch recht kalt gewesen wäre). Zweitens, und das ist wirklich ein Manko, direkt an der Hauptstraße zwischen Ubud und dem Meer im Norden. Das hatten wir vorher schon gewusst, aber über das Ausmaß an Verkehr waren wir dann doch schon überrascht (die Abschlussklassen der indonesische Highschool haben gerade ihre Prüfungen beendet, und daher kommen sehr viele Gruppen aus Java angereist - anscheinend alle über die Straße vorm Hotel. Normalerweise ist wohl etwss weniger Verkehr). Der Lärm ist noch OK, aber mal eben den Kilometer zum nächsten Ort laufen ist ohne lebensmüde zu sein völlig unmöglich, man müsste extra wieder ein Taxi rufen. Das war uns zu umständlich, also haben wir im Hotel gegessen, was aber auch gut war, sehr leckere Erdbeershakes!
Außerdem wurde extra für uns der Kamin angemacht, was Lea völlig fasziniert hat, und sie konnte auf dem Holzboden rumrobben.  Und die Angestellten haben sie direkt wieder in Beschlag genommen und auf den Billardtisch gesetzt - völlige Begeisterung bei der Kleinen den Kugeln hinterherzujagen und sie mit Getöse auf den Tisch knallen zu lassen! Abends steht vor allem früh ins Bett gehen, leise lesen und bloggen auf dem Programm. Wir haben zwar eine Terrasse, aber dort zu sitzen ist zu kalt, und bis zur Bar reicht das Babyfon nicht.

Für heute haben wir wieder einen Fahrer engagiert (ganz einfach, er saß auf den Stufen der Rezeption und hat auf uns gewartet).
Als erstes haben wir den Tempel Pura Ulun Danu Bratan angeschaut. Bedugul liegt nämlich an einem von drei Seen, die sich in einem eingefallenen Vulkankrater gebildet haben, umgeben von tiefgrün bewaldeten Resten des Kraters. Der Tempel steht teilweise auf künstlichen Inseln am Seeufer, sehr schön morgens wenn noch leichter Nebel über dem See wabert.

Um den Tempel ist ein Park angelegt, mit tollen Blumenbeeten, aber auch schicken Plastikfiguren - die Indonesier haben da einen eigenen Geschmack. Überhaupt ist die Gegend hier stark von einheimischen Touristen und Tagesausflüglern besucht, so gibt es in der Nähe unseres Hotels einen kleinen Vergnügungspark mit Restaurants und Bootsverleih, u.a. Jetski, was der idyllischen Atmosphäre des Sees etwas Abbruch tut...

Nächster Halt ein Markt, aber unser Fahrer hat uns nicht zum "Touristenmarkt" in Candi Kuning gebracht, der in allen Reiseführern steht und entsprechend teuer ist, sondern auf einen lokalen Markt ein Dorf weiter. Hier hat er uns einer kleine Führung gegeben, viel erklärt und für uns übersetzt, so dass wir uns sehr günstig mit jeder Menge Obst und Süßigkeiten eindecken konnten, um diesmal bereit für ein Picknick zu sein.
Allerdings kamen wir auf dem Markt wieder mal sehr langsam voran, weil ständig jemand Lea bestaunen musste. Sie genießt die Aufmerksamkeit und lacht die ganze Zeit wenn die Einheimischen für sie Faxen machen, heute wurde sogar gesungen!

Highlight heute war der Botanische Garten, eine sehr schöne und riesige Anlage am Berghang mit verschiedensten Pflanzen, Statuen, aber vor allem schattigen Wiesen auf denen Lea mit großer Begeisterung rumgekrabblet ist, während Mama und Papa ihr Picknick verspeisen konnten...


Nach Siesta im Hotel (es gibt nicht nur Erdbeeren, sondern auch sehr leckeren Schokokuchen und Kakao) haben wir noch eine kleine Wanderung am See entlang gemacht. Ziel sollten geschichtsträchtige Höhlen sein, die indonesische Kriegsgefangene für die japanischen Besatzungssoldaten graben mußten. Die haben wir zwar nicht gefunden, aber der Weg durch einen dichten Wald mit Schlingpflanzen und Ausblicken auf den See war schön und hüglig, so konnten wir uns ein leckeres Abendessen mit Erdbeermilchshake verdienen...


Auch wenn das Hotel nicht optimal war, war Bedugul trotzdem einen Zwischenstopp wert. Noch mal ganz andere Vegetation als in Ubud, ein Einblick in ein nicht ganz so touristisches Bali (bzw. zu sehen wie die Einheimischen Erholgungsgebiete aussehen) war interessant. Und Lea hat es sichtlich gut getan mal eine Pause von der Hitze zu haben. Trotzdem geht es morgen weiter, Richtung Meer, nach Lovina Beach.








Samstag, 16. Mai 2015

Ubud Tag 6 und 7: Königsgräber, Reisfelder und ein Tempel

Gestern war es wieder Zeit für einen Ausflug. Nach knapp 30 min Fahrt waren wir bei den Königsgräbern von Gunung Kawi. Um diese zu sehen, mussten wir jedoch erst einen Pfad aus über 300 Steintreppen hinabsteigen. Eine schweißtreibende Angelegenheit, weswegen wir extra früh los gefahren sind, um der Hitze und den Bussen mit Touristen zu entgehen. Hat beides jedoch nicht 100% geklappt. Wir waren gemeinsam mit dem ersten Bus da und auch um 9 Uhr ist es schon ganz schön heiß.
Lea hat pünktlich auf dem Parkplatz beschlossen, dass sie jetzt schlafen möchte. Also ging es mit dem schlafenden Baby und zusammen mit der Busladung Touristen die vielen Stufen nach unten, auf dem Weg Reisterrassen und Palmen. Mit jedem Schritt weiter runter ins Tal wurde es zum Glück angenehm kühler.
Unten erwarteten uns dann die sieben Königsgräber - drei auf der einen, vier auf der anderen Talseite - wahnsinnig groß (über 7m jeweils), in der Mitte plätscherte ein Fluss, überall Bäume und es war herrlich kühl. Schön!
Da Lea immer noch am schlummern war und wir die Kleine nicht wecken wollten, durfte Yvonne das Kind die 300 Stufen auch wieder hoch schleppen. Puuuh, das war wirklich anstrengend.

Die Anlage war schön, allerdings kam die mystische Atmosphäre durch die neben uns an den Felsen rumturnende Reisegruppe nicht so richtig rüber. Wir hatten es uns auch etwas weitläufiger vorgestellt - jetzt haben wir auch verstanden, warum die Fahrer so irritiert geschaut haben als wir nach dem Preis nur für die Gräber gefragt haben, und nicht als Rundtour zu weiteren Tempeln, Reisfeldern, Wasserfällen etc. Auf Reise mit einem Baby reicht aber eine Attraktion am Tag aus, und daher ging es nach dem Aufstieg mit einem kurzen Fotostopp am Reisfeld wieder zurück nach Ubud ins Hotel.

Abends sind wir noch eine Runde über den Markt geschlendert und es gab lecker Saté-Spieße als Appetizer für das Abendessen.


Tag 7

Ubud war schon immer Stadt der Heilkunst und Erholungsort des balinesischen Adels. Vor weit über 100 Jahren hat es sich zur "Künstlerstadt" entwickelt, als die lokalen Fürsten Maler und Architekten in die Stadt holten. Später kamen europäische Maler, und spätestens seit Ubud einer der Schauplätze des Films "eat pray love" mit Julia Roberts war, kamen die Touristen, Galerien und Spa's in Massen. Unser Reiseführer schreibt treffend: "Beim Spazierengehen trifft man erstaunlich viele Frauen im besten Alter, bewaffnet mit einem Buch und Yogamatte, die genau wie die Filmheldin spirituelle Erleuchtung bei Heilern suchen und wild entschlossen sind, die große Liebe zu finden."

Das stimmt zum Teil, selbst bei uns im Hotel sind sie zu finden. Ubud ist auf den ersten Blick eine sehr touristische, sehr laute und volle Stadt - hunderte Mopeds knattern über die beiden Hauptstraßen. Aber hinter der ersten Reihe Restaurants und Shops an der Hauptstraße findet man ruhige Gassen, schöne Innenhöfe und plötzlich weite Reisfelder.

Also haben wir heute früh eine kleine Reisfeldwanderung gemacht, trotz frühem Aufstehen knallte die Sonne schon gut, aber zum Glück haben wir uns inzwischen mit einem Sonnenschirm für Lea eingedeckt - wie es sich gehört in Pink!


Danach haben wir noch einen Tempel besucht, den Pura Taman Kemude Saraswati, wunderschön gelegen hinter einem Lotusteich. Als wir ankamen konnten wir eine Zeremonie beobachten, mit meditativem balinesischen Gesang, eine ganz tolle Atmosphäre.




Der heutige Tag ist nämlich ein Feiertag und einer besonderen Sache geweiht: Heute wird der "Tag des heiligen Blechle" gefeiert (Tumpek Landep - Segnung aller Gegenstände aus Metall)! Das heißt die Autos, Mopeds und z.B. auch Kühlschränke sind mit Blumen geschmückt und mit Opfergaben verziert... Am späten Abend gab es auf der Hauptstraße auch noch eine Prozession zu Ehren des heiligen Metalls.


Morgen endet dann unser Aufenthalt in Ubud. Wir haben wieder den Fahrer von gestern gebucht, der uns nach Bedugul in die Berge bringt. Hoffentlich ist dort das Essen genauso lecker ;-)

Freitag, 15. Mai 2015

Ubut Tag 5: Markt und Faulenzen

Tag 5 haben wir ganz ruhig angehen lassen. Man merkt schon, dass die Hitze Lea nicht ganz kalt lässt (haha Wortwitz). Sie ist müder als zu Haus, schläft unruhig, und nach längerer Zeit in der Trage wird sie ordentlich warm. Also haben wir morgens nur einen kleinen Spaziergang zum Markt gemacht.


Beim ersten Besuch vor drei Tagen fanden wir den Markt schrecklich, nur ramschiger Souvenierkrams. Der Trick ist deutlich vor acht dort zu sein, denn erst dann öffnen die Touristände. Vorher gibt es einen kleinen Obst- und Gemüsemarkt auf dem hauptsächlich die Einheimischen unterwegs sind. Wir haben uns mit lecker Obst eingedeckt, und ein kleines Vorabfrühstück an den Straßenständen gegönnt.



Danach haben wir uns und Lea ausgiebig Zeit am Pool bzw. zum Schlafen gegönnt (d.h. normalerweise einer bleibt mit der Kleinen im Zimmer, der andere darf am Pool bleiben, aber heute hat sie immerhin gut eine Stunde alleine geschlafen - das Babyphone reicht auch bis zum Pool).

Im Hotel zu bleiben fällt aber auch nicht schwer, es ist wirklich toll. Es gibt einen sehr schönen Garten mit lauter Skulpturen und jede Menge Sitzecken, ein bisschen als befindet man sich in einem Tempel.



Unser Zimmer ist riesig, mit einer Kommode die sich perfekt als Wickeltisch eignet, und die Dusche ist oben offen mit Blick in den Himmel.


Für das Frühstück kann man sich am Vorabend auf einem Zettel ankreuzen, was man haben möchte, neben den obligatorischen Omlettes und Obstsalat gibt es z.B. frittierte Bananen, Pfannkuchen, oder auch herzhaftes Nasi. Am besten ist das Personal, alle sind total freundlich und verrückt danach, Lea zu winken oder sie auf den Arm zu nehmen!

Abends galt es wieder Taxifahrer organisieren für morgen, und einen Tempel direkt in Hotelnähe haben wir auch noch angeschaut. Im Tempel müssen übrigens Frauen und auch Männer ein um die Hüfte gewickeltes Tuch tragen, den Sarong. Sieht sehr lustig aus!



Essen gab es in einem ganz einfachen Warung fast neben dem Hotel. Warungs sind kleine Restaurants, meist in einem Kiosk, in denen es nur ein zwei Speisen gibt (hier in Ubud nennt sich fast alles Warung, klingt authentischer für uns Touris, auch wenn es eher ein normales Restaurant ist). Wieder sehr lecker, und vor allem wieder mit Lea-Bespaßungs-Service durch die Besitzerin, so dass wir in Ruhe essen konnten!