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Dienstag, 2. Juni 2015

Sanur und der Rückflug nach Haus

Unsere Zeit auf Bali neigt sich nun dem Ende zu. Weil wir Lea vor dem langen Flug nicht noch eine lange Taxifahrt zumuten wollten, haben wir uns für die letzte Nacht in Sanur, das liegt unmittelbar in der Nähe des Flughafens, einquartiert. 
Nach einem sehr herzlichen Abschied beim 'Bubu Racok'-Team ging es erst mal von Amed durch die Berge Richtung Südküste, ratet mal, natürlich vorbei an Reisterrassen und tollen Ausblicken. Mittags haben wir an einer balinesischen Raststätte gegessen, auch noch mal sehr interessant und authentisch, also vor allem sehr scharf!

Sanur ist eine der Hochburgen des Pauschaltourismus im Süden, etwas gehobenerer Standard als z.B. in Kuta (das ist der Party-Ballermann der Australier). Unser Hotel war zwar sehr groß, aber nett gebaut, maximal dreistöckige Gebäude und mit großem schönen Garten und schickem Pool. Dazu ein eigener Strandabschnitt mit Sonnenliegen und Bar.
Das Frühstücksbuffet war riesig, Lea hat mal wieder einen richtigen Hochstuhl bekommen, und in bester Pauschaltourimanier alles mögliche vom Buffet probiert. Der Strand hier ist schon schöner als im Norden und Osten, heller feiner Sand, den Lea natürlich auch wieder ausgiebig verspeisen musste. Er könnte ja anders schmecken als der dunkle Sand...
Trotzdem ist Sanur eine andere Welt als unsere bisherigen netten kleinen Ziele im Inland und im Norden, rein touristisch. Und obwohl die Nacht hier mehr als fünf mal so viel gekostet hat wie in Amed, war das Zimmer und speziell das Bad deutlich schlechter - aber es stand dafür ein fetter Flachbildschirm drin...
Wehmütig gab es noch mal ausgiebig frische Fruchtsäfte und leckere scharfe Reisgerichte, dann hieß es Abschied nehmen.

Nun sitzen wir im Flieger nach Kuala Lumpur. Start war um 19:20, also war Lea schon ordentlich müde, und bis wir in der Luft waren und das Babybett eingehangen werden durfte, war sie über ihrer Einschlafzeit, also gab es ordentlich Geschrei. Inzwischen schlummert sie aber friedlich, und war so freundlich uns ungestört Essen zu lassen. Gleich geht es schon wieder abwärts in den Landeanflug, da wird sie wohl leider wach werden.

Knapp zwanzig Stunden später: Wir sind gut zu Hause angekommen. Umsteigen in Kualu Lumpur lief problemlos - weil der Anschlussflieger eine Stunde Verspätung hatte war genug Zeit ;-)

Auf dem Flug nach Amsterdam hat Lea fast sechs Stunden geschlafen - daher war es auch für uns halbwegs entspannt.

Diesmal haben wir übrigens keinen extra Platz für den Maxi-Cosi ergattern können, und Lea musste bei Start und Landung auf Yvonnes Schoß sitzen. War aber auch kein Problem. Den Maxi-Cosi konnten wir beim Einsteigen einer Stewardess geben und er kam in ein separates Gepäckabteil. Wir hatten extra Luftpolsterfolie mitgenommen, um das Ding einzuwickeln damit beim Einladen in den Gepäckraum nichts passiert, die Folie war definitiv eins der Dinge, die unnötig war und wir zuviel mit uns rumgeschleppt hatten.

Nun sitzen wir mit quengeligem Kind vor aus den Koffern gekippten Bergen mit klammen Klamotten - der Urlaub ist endgültig vorbei. Aber es hat sich definitiv gelohnt, es war großartig!!!

Montag, 25. Mai 2015

Pura Besakih - der Muttertempel Balis

Um 8 Uhr ging es also für Lea und mich Richtung Gunung Batur, um Günter abzuholen. Unser Fahrer Ketut brachte zu meiner Verwunderung seinen 4jährigen Sohn mit. Es wäre keiner da zum Aufpassen und der Junge müsse sonst alleine zu Hause bleiben. Meine Frage, wo der Junge den später sitzen würde - die Rückbank war durch Lea und mich belegt und vorne sollte ja Günter sitzen - wurde mit einem Lächeln und "kein Problem, auf meinem Schoß" beantwortet. Was soll man da schon sagen? Das ist Bali! ;-) Und so ging es los zum Batur, der Junge auf dem Beifahrersitz, natürlich nicht angeschnallt und immer in Bewegung.

Nachdem wir Günter am Trekkingguidebüro abgeholt hatten, ging es weiter zum Tempel Pura Besakih. Dieser ist der heiligste Tempel der Balinesen und wird daher auch der Muttertempel genannt. Er thront in über 900 m Höhe am Südwesthang des heiligen Berges Gunung Agung, mit 3.142 m dem höchsten Berg der Insel (und auch aktiver Vulkan).
Der Muttertempel ist ein riesiger, aus über 200 Gebäuden bestehender Komplex - also wieder unheimlich viele Stufen für uns zu bewältigen. Erst einmal mussten wir aber reinkommen. Unser Reiseführer warnte uns bereits vor der Abzocke, die dort im Vorfeld betrieben wird. Im Hotel in Lovina hat uns ein holländisches Pärchen von ihren negativen Erfahrungen berichtet und unser Fahrer hat uns im Vorfeld auch nochmal darauf hingewiesen. Dementsprechend nervös waren wir als wir ankamen, da wir fest entschlossen waren, uns gegen diese Dreistigkeit zu wehren. Netterweise hatte der Fahrer schon Sarong, Tempelschal und eine Kopfbedeckung für Günter mitgebracht.

Auf dem Parkplatz ging es los und es kamen mehrere Balinesinnen an, um uns Opfergaben zu verkaufen, die wir zwingend im Tempel bräuchten, da es eine Zeremonie gäbe. Nachdem wir diese erfolgreich abgewimmelt hatten, mussten wir durch ein Heer von Verkaufsständen, wo uns jeder die üblichen Sarongs verkaufen wollte (obwohl wir schon welche trugen). An der "Touristen Information" wird man in der Regel dazu "überredet" eine Spende zu machen und es wird behauptet, dass der Tempel nur mit Führer betreten werden darf. Es wurde uns auch berichtet, dass einem das Ticket aus der Hand genommen und nur gegen Bares zurück gegeben wird. Wir sind wie mit Scheuklappen an allem vorbei gestampft, haben die "Guides" stehen lassen und wollten die Tempelanlage betreten. Ein Balinese verfolgte uns eine längere Zeit, behauptete er wäre ein offizieller Tempelwächter, und sagte wir dürften den Tempel heute nicht betreten. 'Aaaaaahhhhh, dachten wir, der will uns doch auch nur ein Guiding aufschwatzen'. Er wollte uns mehrfach aufhalten und hielt sogar die Türen vor uns zu, bis wir uns schließlich mit sanfter Gewalt durch eine Tür geschoben haben. Danach wurden wir dann in Ruhe gwlassen, waren aber völlig verunsichert, ob wir es tatsächlich ohne Abzocke geschafft hatten oder ob wir wirklich etwas falsch gemacht hatten und gerade gegen die Tempelregeln verstoßen. Unsere Herzen klopfen ganz ordentlich vor Aufregung und wir brauchten mehrere Minuten, bis die Anspannung einigermaßen von uns abfiel und wir den Tempelkomplex geniessen konnten.

 


Es ist eine wirklich schöne Anlage mit vielen Pagoden, vielen verschiedenen Figuren, die die einzelnen Tempel bewachen und und und. Die Aussicht ist ebenfalls richtig toll, auch wenn wir nicht so klares Wetter hatten, dass wir das Meer hätten sehen können.

Im Ergebnis sind wir daher froh, dass wir trotz der Warnungen den Muttertempel besucht haben.

Danach ging es wieder ins Auto zu unserem Ziel für die nächsten 2 Tage: Sidemen.



Trekking am Gunung Batur

Heute durfe ich (Papa) mal 'Babyfrei' machen! Nachdem wir schon zwischenzeitlich etwas bedauert hatten, dass manche Aktivitäten wie Hochseilgarten, Kanufahren etc mit Baby nicht sinnvoll möglich sind, durfte ich heute alleine 'bergsteigen', und zwar auf einen aktiven Vulkan! Und das an meinem Geburtstag.

Das musste zuerst organisiert werden. Die Tour ist ein von vielen Anbietern und Hotels angebotenes Inselhighlight und wäre ganz einfach dort mit Transfer und Guide zu buchen, aber immer nur ab minimal zwei Personen. Kein Problem, dachte ich, miete ich mir halt einen Fahrer dorthin und dann vor Ort eine Guide.
Denn, das stand schon im Reiseführer, ohne Guide darf man nicht auf den Berg. Also etwas gegoogelt wann und wo man die Guides findet, und aha: Die ersten Suchergebnisse heißen alle ' Batur Mafia'. Die Dorfbewohner haben sich zur 'Mount Batur Trekking Guide Association' zusammengeschlossen, Zitat aus einem Interneteintrag: 'Selbst wenn man den Mount Everest alleine bezwungen hat, ist es nicht gestattet, die 600 Höhenmeter auf den Batur ohne Guide zu gehen'. Leute die einfach mit dem Moped hingefahren und dann alleine losgelaufen sind berichten, dass sie beim Aufstieg arg bedrängt wurden und dann bei Rückkehr ihr Moped mit zerstochenen Reifen vorgefunden haben...

Also habe ich versucht, das Büro der Guides unter der offiziellen Nummer anzurufen und dort einen Preis fürs guiding zu erfragen. Dort sagte man mir aber immer nur: 'Call me on my mobile phone'. Auch nicht vertrauenserweckender...  Aber ich wollte die Tour unbedingt machen, schließlich waren im Netz so tolle Fotos davon zu finden. Der Clou ist nämlich: man startet so früh, dass man den Sonnenaufgang auf dem Gipfel beobachten kann. Was aber im Umkehrschluss bedeutet, dass man sehr früh starten muss, von Lovina aus um kurz vor zwei in der Nacht. Wir hatten daher erst überlegt uns ein Hotel in den Bergen zu nehmen, der Batur liegt schließlich auf halben Weg nach Sidemen, unserer nächsten Station. Aber die Unterkünfte dort oben sind anscheinend eher ziemlich einfach, und dafür der Aufwand mit Packen für eine Nacht war uns zu groß.

Schließlich habe ich dann doch in Lovina ein Tourbüro gefunden, dass uns einen Komplettpreis für Trekking und Transport nach Sidemen gemacht hat. Also erst mich zum Berg, Fahrer zurück nach Lovina, nächster Fahrer dann um acht Yvonne mit Lea abgeholt, wieder zum Berg, mich eingesammelt und dann weiter nach Sidemen, zwischendurch noch einen Tempel besichtigen... Warum einfach wenn es auch kompliziert geht! Aber der Besitzer des Büros hat mir sehr gut alle Optionen, die man bei der Tour hat, erklärt und Tipps gegeben was ich mitnehmen muss. Und als Bonus, nachdem er gesehen hat wie zerstochen unsere arme kleine Lea inzwischen ist, gab es noch das Hausmittel der Balinesen gegen Moskitostiche dazu, ein sehr gut riechendes Öl.

Also um zwei Uhr nachts ging es dann los für mich. Eigentlich wollte ich im Auto schlafen, aber der Fahrer war sehr nett und wir haben über das balinesische Schulsystem, die Bedeutung der Familie und über Politik gesprochen, sehr interessant. Gegen vier Uhr waren wir am Büro der Guidingorganisation. Mein Fahrer hatte mir vorher - ohne zu erklären warum - noch eingebläut, ich solle später sagen ich wäre schon das zweite mal am Berg. Mafia halt, da fragt man nicht zu genau weiter.
Er hat das Geld genommen, ist alleine ins Büro, kam aber mit einer Guidin zurück und alles lief ohne irgendwelche Probleme.

Man darf sich jetzt hier kein einsames Naturerlebnis vorstellen, das frühe Aufstehen schreckt weniger ab als gedacht, die Leute kommen Busweise. Zum Glück war ich recht früh dran, die erste, noch recht flache Strecke war ich völlig alleine mit meinem Guide, in kompletter Dunkelheit, nur im Schein von zwei kleinen Taschenlampen. Der Sternenhimmel war gigantisch!
Nach und nach wurde der Weg steiler und eng. Der Untergrund bestand teilweise aus lockerem Geröll, und man musste öfters ordentlich kraxeln. Wir waren flott unterwegs und liefen schnell auf vorauslaufende Gruppen auf, mein Guide hüpfte wo es ging an den teilweise überforderten Tagestouristen vorbei. Ihre erste Frage, ob wir Pause machen sollten habe ich noch beantwortet mit 'nein ist doch schöner wenn man keine Gruppe vor sich hat', was sie angespornt hat noch schneller zu werden. Als dann aber noch ein sandiges Steilstück kam, musste ich sie bremsen und erst mal eine Pause fordern, war ganz schön anstrengend!
Nach und nach wurde es voller, und hinter uns kroch ein einziger Wurm aus Taschenlampen den Berg hinauf.

Nach gut einer Stunde und ca. 600 Höhenmetern waren wir oben. Es war noch genug Platz um eine Bank zu finden und über die hochgeschleppten Süßigkeiten herzufallen. Man hätte sogar zu gar nicht so extremen Preisen Kaffee und Rührei kaufen können. Nun hieß es auf den Sonnenaufgang warten, komplett durchgeschwitzt auf dem zugigen Gipfel. Ganz schön kalt! Und oh nein, es zogen immer mehr Wolken auf!!!
Also leider nichts mit knallrotem Sonnenaufgang neben dem Vulkan Gunung Agung, nur ein rotes Glimmen. Aber trotzdem wunderschön!

Nachdem es hell wurde sah man erst mal wie viele Leute hier oben waren, ca. 300. Für die meisten ging es aber wieder auf direktem Weg nach unten. Ich hatte den 'long Treck' gebucht, und der führte über den recht schmalen Kratergrad weiter, jetzt waren wir fast alleine! Immer wieder zogen Wolken durch, so dass man links und rechts gar nichts mehr gesehen hat, mystisch und toll!


Die Tour führte nun hinunter auf ein Lavafeld mit tollen Ausblicken auf verschiedene Nebenkrater, jetzt waren die Wolken auch wieder hochgezogen. Der Weg wurde wieder einfach, also erst mal Frühstück! 

Der Vulkan ist noch aktiv, und auf vielen Stellen kommt Dampf aus dem Boden. Dort kann man Eier kochen! Ein kleines Loch buddeln, Eier rein, mit Erde abdecken und 15 min warten, fertig. Meine ersten Vulkaneier haben super geschmeckt!
Die Eier hatte mir übrigens der fürsorgliche Fahrer geschenkt, ich hatte extra noch Toast und Salz mitgebracht. Außerdem Bananen, aber der dummer Touri hat normale Bananen gekauft, die werden nichts im Erdloch. Es hätten Kochbananen sein müssen, um noch Nachtisch zu bekommen. Egal.

Leider fing es nun auch an zu regnen, aber dafür wurde ich mit einem tollen Regenbogen entschädigt, der sich komplett über dem Lavafeld aufgespannt hat.


Weiter ging's, nun wieder steil bergab über Sand, Geröll und Felsen - noch mal echt anstrengend, nun merkte ich den fehlenden Schlaf, und war froh, als wir nach gut fünf Stunden wieder unten waren...

Trotz der Mafia-Strukturen, der vielen Touristen und blöden Wolken ein großartiges Erlebnis. Jeder mit etwas Kondition kann die Tour machen, es ist bei Weitem kein echtes Bergsteigen, aber es war schon anspruchsvoller als ich gedacht hatte.






Mittwoch, 20. Mai 2015

Der Weg ans Meer (Munduk, Wasserfall, heiße Quelle von Banjar, Tempel Braha Vihara Arama)

Nach zwei Nächten in Bedugul in den Bergen wurde wieder alles ins Auto gepackt und der Weg ans Meer began. Zum Glück wieder nicht über die Hauptstrasse, sondern über eine schöne Panoramastraße. Auf dem Rande eines alten Vulkankraters ging es an zwei weiteren Seen vorbei.
Die Gegend rund um Bedugul war früher ein einziger Vulkankrater, in dem sich ein riesiger See gebildet hatte. Nach einem weiteren Vulkanausbruch 1818 floss ein Teil des Wassers ab und es bildeten sich die heutigen drei Seen. Während der Hauptsee vom motorisierten Freizeitspaß (Speedboot, Jetski etc.) beherrscht wird, stehen die anderen beiden Seen für die richtige Erholung zur Verfügung. Hier kann man in einer ruhigen Idylle Kanu fahren, in den dichten Wäldern wandern gehen usw. Da diese Dinge mit Baby leider nicht wirklich sinnvoll sind, haben wir uns schön über die Panormastraße kutschieren lassen und die Aussicht genossen. Die Straße führt über den Kamm eines Restes des alten Kraterrand, toll! Dort oben kann man gewöhnlich auch super Erdbeeren frisch vom Feld pflücken. Leider waren die indonesischen Touristen am Wochenende vorher alle schneller als wir und wir mussten leider ohne Erdbeeren weiterfahren - aber zum Glück hatten wir uns im Hotel schon ausgiebig Erdbeershakes gegönnt.

Erster Halt war der Wasserfall bei Munduk. 500m mussten wir vom Parkplatz noch einen Weg durch den Wald herunter steigen - also hieß es wieder Lea in die Trage und ab Richtung Wasser. Der Wasserfall war richtig schön, ganze 15m hoch und umgeben von einem tiefgrünen Urwald. Und wir hatten wieder so viel Glück, dass wir zunächst alleine dort waren und die Atmosphäre geniessen könnten. Kurz danach kamen immer mehr Touristen und hinterher standen wir mit 20 anderen Menschen dort unten rum. Da haben wir doch lieber wieder alles eingepackt und sind wieder hoch zur Straße gestapft. Hier hätte man wahrscheinlich auch schön wandern können, wenn es nicht so heiß wäre mit Baby vor dem Bauch!



A propos Bauch, unser Fahrer hat uns noch einen kleinen, einheimischen Warung empfohlen, wieder sehr leckeres Essen, das man sich aus Töpfen vorne an der Theke zusammenstellen konnte. Spannend, weil man nicht genau wusste was man bekommt. Zum Glück konnte der Fahrer dolmetschen, auch wenn er sichtlich besorgt war, ob das Essen nicht zu scharf wäre, wenn es bei Lea ankommt (war dann auch ordentlich scharf...). Um Lea hat sich mal wieder eine freundliche Oma gekümmert.

Nächster Stopp waren dann die heilige heißen Quelle von Banjar. Mitten im Dschungel gelegen wurde um die heiße Quelle ein Schwimmbad mit drei Becken gebaut. Wirklich hübsch gemacht und sowas von warm. Die Becken haben eine Temperatur von 36 bis 38 Grad und das schwefelhaltige Wasser soll eine heilende Wirkung haben. Davon haben wir jetzt direkt nichts gemerkt. Wir haben den Schwefel nur deutlich gerochen und das trübe Wasser hat unsere Badekleidung ordentlich eingefärbt.

Letzte Station dann der Braha Vihara Arama, zur Abwechslung mal ein hinduistischer Tempel. Sehr schön oben auf einem Berg gelegen. Reichte dann aber auch (wieder viele Stufen), nach kurzer Fahrt waren wir dann an unserem Bungalow für die nächsten Tage in Lovina Beach an der Nordküste.



Montag, 18. Mai 2015

Bedugul - Hoch in die Berge (Pura Taman Ayun, Jati Luwih, Pura Ulun Danu Bratan, Botanischer Garten und Erdbeeren)

Gestern hieß es Abschied nehmen von Ubud - d.h Günter ist morgens noch einmal in den tollen Pool gesprungen - und es ging nach Norden ins bergige Landesinnere, dabei haben wir noch ein paar Sehenswürdigkeiten abgeklappert.

Zunächst den Königstempel Pura Taman Ayun, der aus einer Vielzahl von Pagoden besteht. Schön vor allem der Park in dem der Tempel liegt, ein idealer Ort zum Picknicken. Wenn man was zum Picknicken dabei hätte. Hatten wir aber nicht, also weiter.

Nächster Stop eine Kaffeeplantage. Spezialität ist der kupi luwak. Der entsteht mithilfe der Zibetkatze. Dieses wählerische Tier steht auf Kaffeebohnen, und zwar nur auf die Besten. Auf dem Weg durch den Verdauungstrakt fermentieren die Bohnen, die werden dann zusammen mit sonstigen Ausscheidungen der Katze aufgesammelt, (angeblich) gereinigt und dann zu Kaffee verarbeitet.
Nach einer Verkostung diverser anderer Tee-, Kakao- und Kaffeespezialitäten (kostenlos) haben wir uns zwei Tassen Katzenkackakaffee gegönnt (teuer). Schon lecker, aber wir haben dann am Ende doch nur Kakao mit Ingwer und Gewürzen gekauft, sehr lecker. Die ganze Show war natürlich Touristenfang par Excellence und hat uns fast so viel gekoststet wie der Fahrer für den ganzen Tag (der mit 400.000 Rupien, also 25€ allerdings sehr günstig war). Aber es war nett gemacht, und Lea war wieder mal der Star und wurde von der ganzen Kaffeefarmerfamilie umsorgt und hatte wahnsinnigen Spaß , während wir beim probieren unsere Ruhe hatten.

Weiter dann nach Jati Luwih, was aus balinesisch "wirklich wunderschön" bedeutet. Hier sind die angeblich schönsten Reisterassen Balis zu sehen.
Wirklich schön, zumal es für uns fast auf dem Weg lag. Extra dorthin fahren hätten wir für übetrieben gehalten, zumal die Straße dorthin eine einzige Schlaglochkatastrophe ist. Spätestens jetzt waren wir froh den Maxi Cosi dabei zu haben, Lea die ganze Strecke auf dem Schoß zu halten wäre für alle Beteiligten sehr anstrengend geworden - so hat sie friedlich geschlafen.
Unser Fahrer war aber auch wirklich toll, ist sehr vorsichtig gefahren, und hat uns über die landschaftlich schöneren Nebenstrassen statt über die Hauptstrasse chauffiert. Außerdem hat er seinen Wagen zum Batmobil gestaltet, mit Aufklebern auf Lenkrad und Kühlergrill, sehr schick...

In Bedugul wohnen wir im Strawberry Hill Hotel. Hier oben ist nämlich perfektes Klima für Erdbeeren, was für Yvee natürlich Grund genug wäre herzukommen...
Wieder eine Bungalowanlage mit einem schönen Garten. An das super Hotel in Ubud kommt die Anlage nicht heran, erstens kein Pool (der hier oben wahrscheinlich aber auch recht kalt gewesen wäre). Zweitens, und das ist wirklich ein Manko, direkt an der Hauptstraße zwischen Ubud und dem Meer im Norden. Das hatten wir vorher schon gewusst, aber über das Ausmaß an Verkehr waren wir dann doch schon überrascht (die Abschlussklassen der indonesische Highschool haben gerade ihre Prüfungen beendet, und daher kommen sehr viele Gruppen aus Java angereist - anscheinend alle über die Straße vorm Hotel. Normalerweise ist wohl etwss weniger Verkehr). Der Lärm ist noch OK, aber mal eben den Kilometer zum nächsten Ort laufen ist ohne lebensmüde zu sein völlig unmöglich, man müsste extra wieder ein Taxi rufen. Das war uns zu umständlich, also haben wir im Hotel gegessen, was aber auch gut war, sehr leckere Erdbeershakes!
Außerdem wurde extra für uns der Kamin angemacht, was Lea völlig fasziniert hat, und sie konnte auf dem Holzboden rumrobben.  Und die Angestellten haben sie direkt wieder in Beschlag genommen und auf den Billardtisch gesetzt - völlige Begeisterung bei der Kleinen den Kugeln hinterherzujagen und sie mit Getöse auf den Tisch knallen zu lassen! Abends steht vor allem früh ins Bett gehen, leise lesen und bloggen auf dem Programm. Wir haben zwar eine Terrasse, aber dort zu sitzen ist zu kalt, und bis zur Bar reicht das Babyfon nicht.

Für heute haben wir wieder einen Fahrer engagiert (ganz einfach, er saß auf den Stufen der Rezeption und hat auf uns gewartet).
Als erstes haben wir den Tempel Pura Ulun Danu Bratan angeschaut. Bedugul liegt nämlich an einem von drei Seen, die sich in einem eingefallenen Vulkankrater gebildet haben, umgeben von tiefgrün bewaldeten Resten des Kraters. Der Tempel steht teilweise auf künstlichen Inseln am Seeufer, sehr schön morgens wenn noch leichter Nebel über dem See wabert.

Um den Tempel ist ein Park angelegt, mit tollen Blumenbeeten, aber auch schicken Plastikfiguren - die Indonesier haben da einen eigenen Geschmack. Überhaupt ist die Gegend hier stark von einheimischen Touristen und Tagesausflüglern besucht, so gibt es in der Nähe unseres Hotels einen kleinen Vergnügungspark mit Restaurants und Bootsverleih, u.a. Jetski, was der idyllischen Atmosphäre des Sees etwas Abbruch tut...

Nächster Halt ein Markt, aber unser Fahrer hat uns nicht zum "Touristenmarkt" in Candi Kuning gebracht, der in allen Reiseführern steht und entsprechend teuer ist, sondern auf einen lokalen Markt ein Dorf weiter. Hier hat er uns einer kleine Führung gegeben, viel erklärt und für uns übersetzt, so dass wir uns sehr günstig mit jeder Menge Obst und Süßigkeiten eindecken konnten, um diesmal bereit für ein Picknick zu sein.
Allerdings kamen wir auf dem Markt wieder mal sehr langsam voran, weil ständig jemand Lea bestaunen musste. Sie genießt die Aufmerksamkeit und lacht die ganze Zeit wenn die Einheimischen für sie Faxen machen, heute wurde sogar gesungen!

Highlight heute war der Botanische Garten, eine sehr schöne und riesige Anlage am Berghang mit verschiedensten Pflanzen, Statuen, aber vor allem schattigen Wiesen auf denen Lea mit großer Begeisterung rumgekrabblet ist, während Mama und Papa ihr Picknick verspeisen konnten...


Nach Siesta im Hotel (es gibt nicht nur Erdbeeren, sondern auch sehr leckeren Schokokuchen und Kakao) haben wir noch eine kleine Wanderung am See entlang gemacht. Ziel sollten geschichtsträchtige Höhlen sein, die indonesische Kriegsgefangene für die japanischen Besatzungssoldaten graben mußten. Die haben wir zwar nicht gefunden, aber der Weg durch einen dichten Wald mit Schlingpflanzen und Ausblicken auf den See war schön und hüglig, so konnten wir uns ein leckeres Abendessen mit Erdbeermilchshake verdienen...


Auch wenn das Hotel nicht optimal war, war Bedugul trotzdem einen Zwischenstopp wert. Noch mal ganz andere Vegetation als in Ubud, ein Einblick in ein nicht ganz so touristisches Bali (bzw. zu sehen wie die Einheimischen Erholgungsgebiete aussehen) war interessant. Und Lea hat es sichtlich gut getan mal eine Pause von der Hitze zu haben. Trotzdem geht es morgen weiter, Richtung Meer, nach Lovina Beach.








Samstag, 9. Mai 2015

Los geht's - der Hinflug nach Bali

Jetzt sitzen wir tatsächlich im Flugzeug! Papa hat Elternzeit, und vor uns liegen dreieinhalb Wochen Bali!!! Ganz konkret liegt vor uns unsere neun Monate alte Tochter und schläft friedlich in einem Bettchen, das an der Wand vor unseren Sitzen hängt - das Flugzeug schuckelt schöner als jeder Kinderwagen! Bisher läuft es super. Die Kleine findet alles total spannend und hat den Start ohne meckern überstanden. Wir hatten Glück und konnten einen extra Platz ergattert, auf dem der Maxi-Cosi steht. Sicher angeschnallt schien der Start kein Problem für die Kleine zu sein und sie hat zufrieden an ihrer Wasserflasche genuckelt.

Nennen wir sie übrigens für diesen Blog hier mit Tarnnamen Lea (wir haben lange überlegt ob wir überhaupt einen Blog mit Fotos von Ihr öffentlich machen sollten, aber so ein Blog ist eine tolle Möglichkeit die sketischen Großeltern zu Hause aufbfem laufenden zu halten und wisden zu lsssen dass alles OK ist. Außerdem ist es für uns selber später so eine schöne Erinnerung. Und vielleicht hilft es irgendjemanden da draußen die eigene Balireise zu planen. Trotzdem soll das Kind später selber entscheiden welche Bilder unter seinem Namen im Netz zu finden sind).


Nächste Station Kuala Lumpur, beim kurzen Aufenthalt (2,5 Stunden) gibt es den obligatorischen Flughafen-Starbucks: Krabbeln für Lea, Kaffee für die müden Eltern, viel Schlaf bekommt man beim Fliegen mit Baby nicht... Der Weiterflug war dann schon etwas anstrengender, alles voll, Lea musste bei Start und Landung bei Mama auf dem schoß sitzen, dazwischen gab es aber wieder ihr Bettchen, das hatten wir schon für alle Flüge vorab reserviert. Insgesamt war der lange Flug zum Glück gar kein Problem.

In Denpassar wartete dann schon unser Fahrer mit Pappschild, alles easy. Die Fahrt war dann aber schon sehr anstrengend: Chaotischer Verkehr, Lea war durch, viel Geschrei. In der Unterkunft hieß es dann erst mal Intensiv-Kuscheln und schlafen mit Händchen halten statt Pool. Zwei Stunden Power Nap später war aber alles wieder gut, und der erste Erkundungsspaziergang konnte beginnen. Und natürlich muss die balinesische Küche probiert werden, aber dazu demnächst mehr...

Unsere erste Station ist Ubud, das "Künstlerdorf". Hier haben wir für die ersten 8 Nächte ein Zimmer reserviert. Danach ist unsere Route noch offen. Wir wollen auf jeden Fall in die Berge, dann in den Norden nach Lovina (Delphine gucken) und zum Schluss nach Amed in den Osten. In Amed haben wir auch bereits etwas reserviert - so müssen wir uns am Anfang und am Ende um nichts kümmern und können schön entspannt ankommen bzw. die letzten Tage geniessen. Das ist der Plan. Den Rest machen wir auch von der Kleinen abhängig.